HPS oder LED? Pflanzenbeleuchtung 2026 im direkten Vergleich

HPS oder LED? Pflanzenbeleuchtung 2026 im direkten Vergleich

LED hat HPS in vielen neuen Indoor-Setups verdrängt – trotzdem ist HPS nicht automatisch „schlecht“ und LED nicht automatisch die beste Wahl für jede vorhandene Anlage. Entscheidend sind Systemeffizienz, Lichtverteilung, Wärmehaushalt, Dimmung, Wartungsaufwand und Anschaffungskosten.

HPS und LED auf einen Blick

Kriterium LED HPS
Effizienz bei modernen Pflanzen-LEDs sehr hoch meist niedriger als bei aktuellen hochwertigen LEDs
Lichtverteilung durch Bars oder Boards sehr gleichmäßig planbar stärker von Reflektor, Höhe und Lampenposition abhängig
Wärme weniger Strahlungswärme auf der Pflanzenfläche, Abwärme bleibt trotzdem im Raum mehr Strahlungswärme und hohe Temperatur an Leuchtmittel/Reflektor
Dimmung bei vielen Modellen integriert oder per 0–10 V steuerbar nur mit geeignetem dimmbarem Vorschaltgerät
Wartung kein regelmäßiger Leuchtmittelwechsel Leuchtmittel verliert mit Betriebsstunden an Output und wird turnusmäßig ersetzt
Anschaffung höhere Investition je nach Modell bei vorhandener Infrastruktur oft günstig weiterzubetreiben

Warum moderne LEDs so effizient sind

Bei Pflanzenbeleuchtung sollte nicht in Lumen gedacht werden, sondern in photosynthetisch aktiven Photonen. Wichtige Kennzahlen sind PPF in µmol/s und Effizienz in µmol/J. Je höher die Effizienz, desto mehr Photonen werden pro eingesetzter elektrischer Energie erzeugt.

Aktuelle LED-Leuchten verteilen die Dioden häufig über mehrere Bars oder große Boards. Das reduziert extreme Hotspots und erleichtert eine gleichmäßige PPFD-Verteilung auf rechteckigen oder quadratischen Flächen.

Unsere aktuelle Auswahl findest du unter LED-Pflanzenbeleuchtung.

HPS: bewährte Technik mit klaren Stärken und Grenzen

HPS-Systeme bestehen aus Leuchtmittel, passendem Vorschaltgerät und Reflektor bzw. einer Komplettleuchte. Die Technik ist robust, weit verbreitet und kann besonders dann wirtschaftlich sein, wenn die Infrastruktur bereits vorhanden ist.

Zu berücksichtigen sind jedoch die hohe Oberflächentemperatur, die stärkere Wärmestrahlung und der regelmäßige Leuchtmittelwechsel. Außerdem muss das Vorschaltgerät exakt zum Lampentyp und zur Spannung passen.

Passende Kategorien: HPS/MH-Leuchtmittel, HPS-Komplettleuchten und Vorschaltgeräte.

Wärme: Watt bleiben Watt

Ein häufiger Denkfehler lautet, LEDs würden „keine Wärme“ erzeugen. Auch eine LED-Leuchte wandelt die aufgenommene elektrische Energie letztlich überwiegend in Wärme um. Der Unterschied liegt vor allem in der Effizienz und darin, wo die Wärme entsteht und wie viel davon als intensive Strahlungswärme direkt auf Pflanze und Oberfläche trifft.

Eine effizientere Leuchte kann für dieselbe nutzbare Photonenmenge mit weniger elektrischer Leistung auskommen. Dadurch sinkt die gesamte Wärmelast. Wer dagegen eine 600-W-LED durch eine 600-W-HPS vergleicht, hat in beiden Fällen ungefähr 600 W elektrische Leistung im Raum – bei unterschiedlicher Lichtausbeute und Wärmeverteilung.

Dimmung und Steuerung

Hier hat LED im Alltag einen deutlichen Komfortvorteil. Viele aktuelle Leuchten lassen sich über integrierte Dimmer oder 0–10-V-Schnittstellen regeln und in Controller-Systeme einbinden. So kann die Leistung an Pflanzenhöhe, Tagesphase oder Klimabedingungen angepasst werden.

Steuerungen findest du unter Controller.

Wann LED die bessere Wahl ist

  • Neuaufbau eines energieeffizienten Indoor-Setups
  • begrenzte Raumhöhe
  • möglichst homogene Ausleuchtung großer Flächen
  • regelmäßige Dimmung oder Controller-Steuerung
  • geringer Wartungsaufwand

Wann HPS weiterhin sinnvoll sein kann

  • bestehende HPS-Infrastruktur ist bereits vorhanden
  • niedrige Anschaffungskosten sind wichtiger als maximale Effizienz
  • zusätzliche Wärmeeinbringung ist in einer kalten Umgebung erwünscht
  • Leuchtmittel und Ersatzteile sollen einfach austauschbar bleiben

Die richtige Entscheidung nach Fläche treffen

Für neue kompakte Indoor-Setups ist LED heute in vielen Fällen die praktischere Lösung. Entscheidend ist aber nicht das Etikett „LED“, sondern ob Leistung und Lichtverteilung zur Fläche passen. Unsere konkreten Vergleiche findest du für 80 × 80 cm, 100 × 100 cm, 120 × 120 cm und 240 × 120 cm.



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